Lärm macht krank. Lärm kann nicht nur das Gehör schädigen, er kann auch Stress, Schlafstörungen, eine Schwächung des Immunsystems und eine drastische Erhöhung des Herzinfarktrisikos verursachen.

Lärmbelästigungen, hauptsächlich durch Straßenverkehr hervorgerufen, sind ein Dauerthema im Bezirk und in meinen Sprechstunden. Daher habe ich mir die Lärmkarten des Lebensministeriums für die Landstraße genau angeschaut. Etliche schwer belastete Straßen sind dort ausgewiesen. Auf der Erdberger Lände und am Landstraßer Gürtel werden die Schwellenwerte des Wiener Lärmschutzgesetzes drastisch und gesundheitsschädlich überschritten – sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Aber selbst die Schwellenwerte von 60 db bei Tag und 50 db bei Nacht gefährden die Gesundheit, wenn man ihnen längere Zeit ausgesetzt ist.

Logo des Tages gegen Lärm vom 27. April 2011 des Österreichischen Arbeitsringes für Lärmbekämpfung

Auf der Erdberger Lände beginnt die Autobahn unmittelbar vor dem wunderschön renovierte Gemeindebau Hanuschhof. Aber der Autobahnlärm macht das Wohnen im Hanuschhof zum Gesundheitsrisiko. Er erreicht bis zu 90 db, eine Lärmintensität, die zu Hörschäden und Schlimmerem führt. Bei Errichtung dieser Autobahn gab es die EU-Lärmschutz Richtlinie und die entsprechenden Lärmschutzgesetze von Bund und Wien noch nicht, daher auch keine Lärmschutzwand. Aber seither gibt es neben den Lärmschutzgesetzen sogar eine Dienstanweisung der Verkehrsministerin, die die ASFINAG zu Lärmschutz auf bestehenden Bundesstraßen verpflichtet. Aber offenbar folgt die ASFINAG der Dienstanweisung ohne Druck nicht. Das muss sich schleunigst ändern.

Die AnrainerInnen der derzeitigen Baustelle an der Anschlussstelle der A23 an den Landstraßer Gürtel müssen während der Bauzeit doppelten Lärm ertragen – den ungebremsten Autobahnlärm, da die Lärmschutzwand entfernt wurde, und den Baulärm. Da müssen schleunigst Sofortmaßnahmen getroffen werden.

Auch Landstraßer Hauptstraße, Rennweg, Heumarkt, Schlachthaus-, Fasan- und Ungargasse, Arsenal-, Erdberg-, Invaliden- und vordere Zollamtsstraße sind so genannte Konfliktzonen mit Schwellenwertüberschreitungen von 4 db bis 15 db.

Das ist möglich, da es in Österreich keinen rechtlich einklagbaren Lärmschutz gibt. Laut Wiener Lärmschutzgesetz muss bei Überschreitung der Schwellenwerte von 60db bei Tag und 50db bei Nacht ein Aktionsplan zur Lärmreduktion erstellt werden. Ich werde diese Belastung der Landstraßer Bevölkerung nicht mehr länger hinnehmen und vehement Sofortmaßnahmen und die Erstellung eines lang überfälligen Aktionsplan zur Lärmreduktion für den gesamten Bezirk einfordern. Und die ASFINAG muss der Dienstanweisung zum Lärmschutz an bestehenden Bundesstraßen auf den beiden Autobahnstücken im Bezirk Folge leisten. Darauf werde ich ebenfalls drängen.

Die Grünen Landstraße zogen um – selbstverständlich so umwelt- und klimaschonend wie möglich

Am 18. Mai 2011 zogen die Landstraßer Grünen von ihrem bisherigen Standort in der Ungargasse 45 in ihr neues Bezirkslokal am Esteplatz 7/1A um. Ein ungewöhnlicher Umzug.
Nur mit Muskelkraft ohne CO2-Belastung ließen wir Büroinventar, Archiv, Möbel, etc. von der innovativen Fahrradbotendienst-Truppe „Heavy Pedals“ mit speziellen Lastenfahrrädern ins neue Lokal transportieren.

Peter, Flo und Höfi karren selbst große Gegenstände wie Kästen und Sofas mit ihren Toprädern durch die Stadt. Der innovative „Fahrradbotendienst für mehr !!“, wie sich die erfahrene RadlerInnen beschreiben, benützt moderne, bewährte Lastenräder, mit denen die drei bis zu 100kg an Gegenständen auch dorthin transportieren können, wo kein Auto hinkommt.

Wir können diesen Lastenrad-Botendienst nur allen umwelt- und klimabewussten Menschen weiterempfehlen. Kostengünstig, unkompliziert und gut fürs Klima!

Fukushima muss Folgen haben 

Die Atomreaktorkatastrophe in Fukushima fast genau 25 Jahre nach dem katastrophalen Unfall in Tschernobyl hat aufgerüttelt und auf das unabschätzbare Risiko der Atomtechnologie aufmerksam gemacht. Sie hat uns vor Augen geführt, wie dringend notwendig der weltweite Ausstieg aus der Atomenergie ist. Daher führen die Grünen derzeit gemeinsam mit einer Reihe von Umwelt- und anderen Organisationen die Kampagne „Abschalten! Jetzt!“.

Die Landstraßer Grünen sowie alle anderen Grünen in Wien haben in den letzten Wochen im Rahmen dieser Kampagne an zahlreichen Informationsständen über Atomenergie, den Ausstieg aus dieser Risikotechnologie und alternative Möglichkeit zur Energiversorgung informiert und eine Menge Unterschriften für folgende Forderungen gesammelt:

  • Sofort alle Hochrisiko-Reaktoren Europas abschalten!
  • Laufzeitverlängerung und Neubaupläne von AKWs stoppen!
  • Abschaltplan für alle anderen europäischen AKWs bis 2020!
  • Milliarden-Subventionen an die Atomindustrie stoppen!
  • Ökostrom statt Atomstrom – Investition in erneuerbare Energien und Energie-Effizienz!

Für Österreich wichtige Forderungen. Denn Österreich ist von 31 Atommeiler* umringt. Bei Unfällen sind ÖsterreicherInnen akut gefährdet. Die Betreiber des Kraftwerks Temelin wollen zudem zwei weitere Atomreaktoren an Österreichs Grenze errichten. Dabei hat Temelin gravierende Sicherheitsmängel, die im Melker Abkommen aus dem Jahr 2000 aufgelistet sind und bis heute nicht behoben wurden. Zahlreiche bisherige Störfälle in Europa belegen, dass ein Super-Gau jederzeit auch in Europa passieren kann. Wir Grüne setzen daher alles daran, dass das enorme Risiko durch Atomkraftwerke endgültig abgebaut wird.

Temelin-Fotos von Michael Schmid

 

Falls Sie auch unterschreiben möchten, finden Sie die Unterschriftenliste hier.

* Folgende Atommeiler liegen rund um Österreich in relativer Nähe: fünf an vier Standorten in der Schweiz, einer in Slowenien (Krsko; Erdbebezone!), vier in Ungarn (Paks), vier in der Slowakei (Mochovce 2 und Bohunice 2), sechs in Tschechien (Dukovani 4, Temelin 2), elf in Deutschland (Isar 2, Grundremmingen 2, Neckarwestheim 2 (Erdbebenzone!), Philippsburg 2, Biblis 2, Grafenhainfeld 1).

Das pseudogrüne Mäntelchen der Blauen wirkt nur peinlich angesichts ihrer eklatante Wissenslücken.

Die Landstraßer Freiheitlichen beantragten im Februar die Installation von solarbetriebenen Lampen bei allen Entwicklungen im Bezirk. Aber nicht überall, wo „solar“ draufsteht, ist auch sinnvoller Umwelt- und Klimaschutz drin. Da kann man ziemlich daneben tappen, wenn man, wie die FPÖ, nicht viel davon versteht.

Solarenergie macht dort Sinn, wo man sie ins Stromnetz einspeichern und damit alles Mögliche betreiben kann, z.B. eben Straßenlampen, die ja ohnehin schon am Stromnetz hängen. Bei neu installierten Solarlampen hat man wohl den Vorteil, keine Kabel verlegen zu müssen, aber dafür viele Nachteile:

Sinnvolle Nutzung der Solarenergie. Foto: Michael Schmid

· Die Speicherkapazität müsste überdimensioniert sein, so dass die Lampen auch an den sonnenschwächsten Tagen leuchten können. Die im Sommer im Überschuss gewonnene Energie kann hingegen nicht genutzt werden.

· Die Lampeneinheiten werden dadurch schwer und schwieriger zu warten.

· Bei der Herstellung der überdimensionierten Einheiten würde unnötig viel Energie verbraucht. Zu bedenken ist zudem, dass die Akkus bei vielen Modellen aus Blei-Gel bestehen, deren Herstellung und Entsorgung problematisch ist.

· Die Frage, wie man bei Schneefall verhindern kann, dass die Lampen vom Sonnenlicht abgeschirmt werden und daher nicht leuchten, bleibt ungeklärt.

Der Umweltexperte der Landstraßer Grünen Gerhard Bayer hat den FPÖ-Antrag in einen halbwegs sinnvollen umformuliert: Ein Pilotprojekt von Solarleuchten im zukünftigen Park auf den Aspanggründen soll die Frage klären, ob sich Solarleuchten eventuell für neue Parkanlagen, die noch nicht am Stromnetz hängen, eignen könnten. Bleibt abzuwarten, ob die Idee von den zuständigen Magistratsabteilungen umgesetzt wird.

Die Wiener Grünen setzen jedoch schwerpunktmäßig auf Energieeffizienz und erneuerbare Energie. Dazu gehören größere und auch kleine Fotovoltaikanlagen auf Flachdächern, etwa wie das bei Wien Mitte geplant ist. Von dort wird der Strom dann ins Netz eingespeichert. Maria Vassilakou hat bereits das „Solarkraftwerk der WienerInnen“ vorgestellt: Die WienerInnen werden sich an Solarkraftwerken auf Wiens Dächern beteiligen, einen Teil des eigenen Energiebedarfs nachhaltig abdecken und Renditen bekommen können. Zudem ist ein großes Photovoltaik-Kraftwerk z.B. auf den industriellen Industrie-Flachdächern in Liesing angedacht.

So eine Fotovoltaikanlage ist auch auf Dächern möglich. Foto von Michael Schmid

Die Kollektorflächen für thermische Solaranlagen (Warmwasserbereitung) sollen bis 2020 fast verzehnfacht werden. Ökologisch geprüfte Pelletsanlagen und Biomasse-Heizwerke sollen vorangetrieben werden, wo sie sinnvoll sind. Und ganz wichtig ist die Etablierung von klima- und umweltverträglichen Prinzipien beim Bauen, so dass möglichst wenig Heiz- und sonstige Energie verloren geht.

So sehen die Eckpunkt einer konsequenten umwelt- und klimagerechten Energiepolitik aus. Wir Wiener Grünen mit unserer Energiestadträtin Maria Vassilakou wollen Wien zum Motor der Energiewende machen.

Tempo 30 kommt vermehrt. Auch in Wien wie in Köln, Berlin oder Zürich. Viele AutofahrerInnen beunruhigt das. Doch die Erfahrung zeigt: Mit Tempo 30 ist der Verkehr für alle Beteiligten sicherer und angenehmer.

Um mindestens 20% weniger Unfälle. In Münster etwa ging die Zahl der Schwerverletzten in Tempo 30-Zonen um 72% zurück. Denn je langsamer ein Auto fährt, desto kürzer der Anhalteweg – fast 28m bei 50 km/h, nur 13m bei 30 km/h. Die Wucht des Aufpralls ist weit geringer. Daher steigt die Überlebenschance von etwa 20% auf bis zu 90%, wenn das Auto um 20km/h langsamer fährt. Tempo 30 rettet Leben.

Wer langsamer fährt, kann das Umfeld besser beobachten und schneller reagieren. Der Reaktionsweg ist kurz. Wo ein Auto mit Tempo 30 schon steht, fährt eines mit Tempo 50 noch immer mit 50 km/h. Die Kommunikation zwischen den VerkehrsteilnehmerInnen funktioniert viel besser, so manch unnötiger Ärger wird vermieden. Insgesamt also mehr Sicherheit auf der Straße.

Mehr Lebens- und Wohnqualität in Tempo 30-Zonen durch weniger Lärm, weniger Staub, weniger Abgase. Die Straße lässt sich sicherer und ohne stressiges Warten, bis der Strom vorbeisausender Autos kurz nachlässt, überqueren – ein Segen vor allem für Kinder, alte Leute und Menschen mit Behinderungen. Radfahrende können problemlos abbiegen. Der Platz für Radwege kann zugunsten von öffentlichem Raum für alle eingespart werden. Die Aufenthaltsqualität in der Straße steigt. Geschäfte und Gewerbe profitieren davon.

Entgegen der Meinung so Mancher führen Tempo 30-Zonen keineswegs zu längeren Autofahrtzeiten. Im Gegenteil. Der Verkehr fließt zwar langsamer aber dafür stetig. Es muss viel weniger abgebremst oder angehalten werden. Weniger Staus sorgen für entspanntes und damit sicheres Autofahren und weniger Behinderungen für den öffentlichen Verkehr.

In Graz gilt seit 1.9.92 Tempo 30 auf allen Straßen außer den Hauptverkehrsadern. Wien wird nun nachziehen mit einem Konzept, das allen VerkehrsteilnehmerInnen und den BewohnerInnen der Stadt nur Vorteile bringt. Auf der Landstraße wird endlich auf Initiative der Landstraßer Grünen Tempo 30 in der Kundmanngasse, wo gehäuft Unfälle auftreten, kommen. Die Wiener Linien müssen noch überzeugt werden. Auch um das Amtshaus in Rochus-, Sechskrügel- und Pfarrhofgasse wird Tempo 30 kommen, da dort zum Teil trotz Enge viel schneller gefahren wird. Für weitere Vorschläge von Tempo 30-Zonen im Bezirk sind wir jeder Zeit offen.

Fotos: Michael Schmid

Auf Grüne Initiative gibt es nun in der Landstraßer Bezirksvertretung eine neue Kommission, deren Aufgabe die Förderung von Integration – von allen Seite auf einander zugehen – ist.

Der hetzerische Wahlkampf der FPÖ hat Rassismus und Xenophopie in Wien wieder Auftrieb gegeben. Die Zunahme an Fremdenfeindlichkeit war im Vorfeld der Wienwahl deutlich spürbar. Es ist hoch an der Zeit, dem etwas entgegenzusetzen, Strache und Co. den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das ist nur möglich, wenn die „Fremden“ einander nicht mehr fremd sind.

Daher war es uns ganz wichtig, im Bezirk eine Integrationskommission ins Leben zu rufen. In den Gesprächen mit der SPÖ fand unsere Idee Zustimmung. In der Bezirksvertretung wurde diese Kommission einstimmig beschlossen. Sogar mit den Stimmen der FPÖ, auch wenn sie andere Vorstellungen davon hat als wir. Als erste nicht-rote Vorsitzende einer Kommission der Landstraßer Bezirksvertretung werde ich diese Kommission jedenfalls im Sinne des Grünen Integrationsverständnisses steuern.

Der Begriff Integration wird wohl sehr verschieden interpretiert – von Assimilation und Gleichmacherei bis zu Multikulti-Romantik. Oft wird den Zugewanderten ausgerichtet, sie mögen sich doch integrieren. Aber wie sollen sie das, wenn sie doch ständig als Fremde, als AußenseiterInnen behandelt werden. Integration ist eine Herausforderung für alle.

Ich halte mich an die ursprüngliche Bedeutung der lateinischen Wurzeln: zusammenfügen, aus Teilen wieder etwas Ganzes machen. Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die einander mit Vorbehalten oder gar Misstrauen begegnen, sollen also zu einer Gesamtgesellschaft mit Zusammengehörigkeitsgefühl vereint werden. Keine leichte Aufgabe. Da muss eine Menge an Vorurteilen, Animositäten, Klischeevorstellungen und Ängsten abgebaut werden. Zunächst aber müssen alle Ängste, Irritationen, Bedürfnisse ernst genommen werden.

Die neue Integrationskommission wird erst einmal zuhören. Im Bezirk verankerte Vereine, Initiativen wie etwa „Weltenreisen“ der Lokalen Agenda 21 und ähnliche, Gewerbetreibende jeweils mit und ohne migrantischem Hintergrund werden zu Wort kommen. Die Kommission wird ihre Vernetzung untereinander fördern. Sie wird öffentliche Integrationseinrichtungen der Stadt Wien, Jugend- und Sozialeinrichtungen ebenso wie Expertinnen und Experten zu Rate ziehen und auf deren Erfahrungen bei der Ausarbeitung eigener Projekte aufbauen.

Diese Projekte sollen niederschwellige Möglichkeiten der Begegnung, der Kommunikation, des Austauschs für die Menschen im Bezirk bieten. Es wird darum gehen, einander besser kennen und verstehen zu lernen, einander nicht mehr fremd zu sein. Best Practice-Beispiele dazu aus anderen Städten werden als Vorlagen verwendet werden, die natürlich den spezifischen Rahmenbedingungen der vielfältigen Landstraßer Vierteln angepasst werden müssen.

Menschen, die festgestellt haben, dass die jeweils „anderen“ gar nicht so anders sind, können unbeschwerter auf einander zugehen, auch wenn es Nachbarschaftskonflikte gibt. Und rassistische Hetze wird bei ihnen auf keinen fruchtbaren Boden fallen.

P.S.: Die konstituierende Sitzung der Integrationskommission fand am 2.12.2010, die erste Arbeitssitzung am 10.1.2011 statt. Und schon versucht die FPÖ querzutreiben. Aber ich lasse mich nicht beirren und werde die Kommission in Richtung miteinander statt gegeneinander lenken.

Hurrah!

Dank unserer Landstraßer WählerInnen, die unser Vorstellungen von einem Grünen Bezirk zu schätzen wussten, sind wir, die Grünen Landstraße, zweitstärkste Partei auf der Landstraße geworden. Seit 18.11.2010 bin ich daher ganz offiziell die neue Bezirksvorsteher-Stellvertreterin. Wir freuen uns sehr, dass erstmals Grün in der Landstraßer Bezirksvorstehung vertreten ist und seit langem endlich wieder einmal eine Frau dem Präsidium der Bezirksvertretung angehört. Eine neue Ära beginnt im dritten Bezirk.

Die Bezirks-SPÖ freut sich auch, da sie mit uns weit besser zusammenarbeiten kann als mit der ÖVP. Und das rot-grüne Koalitionsübereinkommen wird unsere projektbezogene Kooperation unterstützen. In Gesprächen mit der SPÖ haben wir die Umsetzung etlicher unserer Ideen sowie eine stärkere Einbindung in die Bezirksbelange vereinbart. Dennoch werden wir in strittigen Fragen – z.B. im Verkehr – weiterhin unsere Meinung sagen.

Auf unsere Initiative hin wurde eine Integrationskommission eingesetzt. Angesichts des hetzerischen Wahlkampfes der FPÖ für uns ganz wichtig. Denn auf allen Ebenen muss intensiv am Abbau von Vorurteilen, Animositäten, negativen Klischeevorstellungen und Ängsten gearbeitet werden. Als Vorsitzende der Integrationskommission werde ich ihre Arbeit in Richtung niederschwellige Möglichkeiten der Begegnung und Kommunikation zwischen den Menschen im Bezirk lenken, damit sie sich kennen und verstehen lernen und einander nicht mehr fremd sind.

Meine neue Rolle als Bezirksvorsteher-Stellvertreterin, also als offizielle Vertreterin des Bezirks, möchte ich dazu nutzen, um mit den BezirksbewohnerInnen ins Gespräch zu kommen, ihre Sorgen, Probleme, Wünsche und Bedürfnisse kennen zu lernen und mich dementsprechend für sie einzusetzen. Daher werde ich angekündigte Sprechtage vor Ort in den verschiedenen Vierteln und Grätzeln der Landstraße halten. Ich hoffe sehr, dass sie intensiv genutzt werden und freue mich, viele Menschen an einem dieser Sprechtage begrüßen zu können.

Voll Tatendrang beginne ich die Arbeit an meiner neuen Aufgabe, so dass der Abschiedsschmerz vom Gemeinderat völlig in den Hintergrund tritt.

Mit freudigen, erwartungsvollen Grüßen

Eva Lachkovics, Bezirksvorsteher-Stellvertreterin, Landstraße, Gemeinderätin a.D.

Die Grünen Landstraße und ich als ihre Spitzenkandidatin laden herzlich zum

GRÜNEN KINONACHMITTAG

Mit dem Film „Kebab Connection“ von Anno Saul mit Dennis Moschitto, Nora Tschirner, Güren Kiraç u.a. Deutschland 2005

Sonntag, 3.10., 14.00 Uhr, im Stadtkino, 1030, Schwarzenbergplatz 7-8

Anmeldung für Gratis-Karten unter: http://landstrasse.gruene.at/ oder Tel.: 0681/10338524

Im Anschluss an den Film kurze Diskussion mit

Romed Felderer, jüngster Kandidat der Grünen Landstraße für die Bezirksvertretungswahl, Student und Sozialarbeiter, darüber,
was cool ist bei den Grünen

und

Zerife Yatkin, Kandidatin der Wiener Grünen für die Gemeinderatswahl und Integrationsexpertin, darüber was aus Sicht einer Migrantin
cool ist bei den Grünen

KEBAB CONNECTION

Ibo will den ersten deutschen Kung-Fu-Kinofilm drehen. Doch der Werbespot für den Dönerladen
seines Onkels Ahmet gefällt diesem zunächst gar nicht. Das Kinopublikum dagegen reagiert begeistert und stürmt nach den Vorstellungen Ahmets Dönerbude.

Ibos Freundin Titzi beginnt unterdes eine Schauspielausbildung. Und: Sie ist schwanger und erwartet von Ibo Hausmann-Qualitäten. Der ist wenig am Kinderhüten interessiert. Titzi setzt ihn vor die Tür. Und auch sein Vater verstößt ihn. Eine Deutsche als Mutter seiner Enkelkinder ist für ihn unvorstellbar. Da lässt er nicht mit sich reden.

Ibo unternimmt indes gemeinsam mit Freunden allerhand Anstrengungen, um Titzi wieder für sich zu gewinnen.

Mündige engagierte BürgerInnen sind im Weltbild der SPÖ nicht vorgesehen.

Die Online-Zeitung WIEN-FIRST brachte am 30. August 2010 in der Nummer 35/2010 einen kritischen Artikel über das Autobahnprojekt am Landstraßer Gürtel unter dem Titel „Horror oder Fortschritt?“. Darin wurde ausführlich auf die Kritik der BürgerInneninitiative Lebensraum Landstraßer Gürtel (BI-LLG) eingegangen. Die Grünen wurden nur kurz erwähnt, allerdings keineswegs mit inhaltlichen Aussagen.

Postwendend ließ Stadtrat Schicker den Autor und Herausgeber von WIEN-FIRST Herrn Karl Wrumen durch sein Büro zurechtzuweisen: „So sehr wir uns über die prominente Positionierung unserer ‘Achtung Zebra’-Aktion gefreut haben, so schade finde ich, dass die inhaltlich KOMPLETT (!) falschen und auch klar widerlegbaren Aussagen der Landstraßer Grünen zum Bauprojekt ‘Landstraßer Gürtel / A23-Anschlusstelle – Landstraßer Hauptstraße’ gänzlich unhinterfragt mitabgedruckt wurden.“

Stadtrat Schicker spricht den Bürgerinnen und Bürgern der Landstraße eine eigene Meinung ab. Ein Affront gegenüber BI-LLG, die er auch noch beschimpft. Und leicht und klar widerlegbar sind Stadtrat Schickers Behauptungen:

Schicker: Das gesamte Baulos des Projekts reicht zwar bis zur Kleistgasse, die Autobahn selbst reicht allerdings nur bis auf Höhe Möbelhaus Lutz und auch dies nur in der neuen Unterführung! Die Rampen im Bereich des Landstraßer Gürtels sind KEINE AUTOBAHNEN. Die Aussagen „Landstraßer Gürtel wird Autobahn“, „Autobahn bis Hauptbahnhof“ oder „Verlängerung der Tangente bis zur Prinz-Eugen-Straße“ sind in jeder nur erdenklichen Hinsicht falsch!

Richtig: Das aktuelle Projekt reicht bis zur Kleistgasse. Laut offiziellen Unterlagen ist aber langfristig die Verlängerung der Autobahnabfahrt bis zur Prinz-Eugen-Straße geplant.

Schicker: Die veranschlagte Projektskosten betragen 100,95 Mio. EUR – die von den Grünen behauptete Steigerung auf 125 Mio. EUR ist absurd und entbehrt jeglicher Grundlage.

Richtig: Die veranschlagten Projektkosten betragen 100,95 Mio.€. Davon soll die Stadt Wien 49,54 Mio. berappen. Die Erfahrung der letzten 20 Jahre in Wien zeigt, dass derartige Projekte im Endeffekt um etwa 25% mehr kosten. Daher ist hier also mit rund 125 Mio. Euro zu rechnen.

Schicker: Die Behauptungen zum Thema Lärm: ebenfalls falsch! Durch die Einhausung der Autobahnabfahrt und die Lärmschutzwände wird die Lärmbelastung reduziert!

Schon jetzt Verkehrslawine an der Tangentenabfahrt.

Richtig: Es werden zusätzliche Autobahnfahrbahnen gebaut, aber nur eine davon eingehaust. Einhausung und Lärmschutzwand werden sich entlang des Wildgansplatzes befinden. Da die massiven Straßenverbreiterungen mehr Verkehr anlocken, kommt es auf dem Landstraßer Gürtel, auf der Landstraßer Haupstraße, auf der Fasangasse und auf anderen Straßen im Bezirk zu erhöhter Lärmbelästigung. Schon jetzt ist der Autolärm dort unerträglich.

Schicker: Die Behauptung einer dramatischen Reduktion von Grünraum und Bäumen ist auch unrichtig. Tatsächlich wird die Grünfläche beim Peter-Strasser-Hof zwar verkleinert, aber nur teilweise verbaut. Weiters entstehen entlang des Landstraßer Gürtels neue Baumscheiben.

Ausblick auf Grünoase vom Strasser-Hof jetzt. ©M.Schmid

Ausblick vom Sttrasser-Hof in Zukunft? ©M.Schmid

Richtig: Es wurde bereits ein Wäldchen auf den Aspanggründen gerodet und wird von den AnrainerInnen schmerzlich vermisst. Vom idyllischen Park beim Peter-Strasser-Hof wird nur mehr ein schmales Streifchen übrig bleiben. Naherholungsraum, der die Schadstoffe von der Autobahn abfangen kann, ist das keiner.

Schicker: Die Bedürfnisse von FußgängerInnen und RadfahrerInnen wurden berücksichtigt: Schaffung von Radwegen auf beiden Seiten des Landstraßer Gürtels von Kleistgasse bis Landstraßer Hauptstraße; Schaffung eines Radweges auf Seite des Eurogates-Geländes in der Landstraßer Hauptstraße von Rennweg bis Landstraßer Gürtel.

Richtig: Die Landstraßer Grünen haben nur die zusätzlichen Barrieren für die FußgängerInnen kritisiert. Die neuen Radwege begrüßen wir, bedauern aber, dass sie neben der Autobahn mit hoher Abgasbelastung verlaufen. Für die FußgängerInnen stellen die breiteren Straßen natürlich eine noch größere Barriere als jetzt dar. Und wie FußgängerInnenunterführung in Wien aussehen, wissen wir leider.

Schicker: Die Strecke Landstraßer Gürtel – A23 wird künftig in der Unterführung verlaufen, man fährt also unter dem Kreuzungsbereich durch, was eine wesentliche Entspannung für Fußgängerinnen, aber auch für eine Beschleunigung der Straßenbahnlinie 18 sorgt. Auch die Fußgängerunterführung bei der Adolf-Blamauer-Gasse/Ghegastraße bringt mehr Sicherheit für die Fußgängerinnen und eine Verbindung in das Eurogate-Gelände mit der Straßenbahnlinie 18. Mit den Punkten 5. und 6. ist wohl auch klar, dass die Verkehrsplanung – entgegen der Behauptung – nicht nur für Autos erfolgt.

Richtig: Die Beschleunigung der Linie 18 ist natürlich zu begrüßen. Dazu braucht man aber nicht eine Autobahn in einen Bezirk zu verlängern. FußgängerInnenunterführungen werden in Wien aus verständlichen Gründen (umständlich, finster, schmutzig, bedrohlich) wenig akzeptiert. Die am Ring wurden mittlerweile wieder durch Zebrastreifen ersetzt. Es gibt unverständlicherweise auch nur einen Lift. Wenn er ausfällt, haben gehbehinderte Menschen halt Pech gehabt.

Schicker: Die Kreuzung Landstraßer Gürtel / Anschlussstelle A 23 – Landstraßer Hauptstraße ist ein Provisorium aus den 70er Jahren. Von 2010–2012 werden der gesamte Kreuzungsbereich sowie der angrenzende Wildgansplatz neu gestaltet. Für die Anrainerinnen und Anrainer sind, genauso wie für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, viele Verbesserungen vorgesehen.

- gesteigerte Wohnqualität durch optimalen Lärmschutz (Einhausung)

Richtig: Der Lärmschutz ist nicht optimal. Die AnrainerInnen haben mehr Lärm zu erwarten.

- höhere Verkehrssicherheit

Frage: Worin soll die bestehen?

- besserer öffentlicher Verkehr (Straßenbahnlinie 18) und Kfz-Verkehr

Richtig: Die Beschleunigung der Linie 18 ist eine Verbesserung, die Beschleunigung des Kfz-Verkehrs nicht, so werden nur zusätzliche Autos von außerhalb durch den ganzen Bezirk geschleust.

- höhere Leistungsfähigkeit der Anschlussstelle A 23 – Landstraßer Hauptstraße

- Künftig wird man auch von der Landstraßer Hauptstraße auf die A 23 links abbiegen können.

Richtig: Beides zieht zusätzlichen überregionalen Kfz-Verkehr an und ist laut Asfinag der eigentliche Grund für das Projekt. Sie will die Staus an dieser Abfahrt verringern. Sie werden nun in den Bezirk verlegt.

- bessere Erreichbarkeit der Stadtentwicklungsgebiete Eurogate und Arsenal

Frage: Durch eine Autobahn, die daran vorbeiführt?

Schicker: Für die Prognose des Verkehrsaufkommens im Jahr 2025 wurde eine lärmtechnische Untersuchung durchgeführt. In der Lärmkarte wird dargestellt, welcher Unterschied hinsichtlich der Lärmbelastung 2025 mit und ohne Umsetzung des Projekts für die AnrainerInnen besteht. Dabei zeigt sich, dass bei den direkten AnrainerInnen eine Verbesserung entsteht.

Richtig: Wir haben eine Studie bei einem Planungsbüro in Auftrag gegeben. Dieses konnte das oben genannte Ergebnis nicht bestätigen.

Schicker: Der einzige Horror ist, dass tiefste Polemik gegenüber einem wichtigen Bauprojekt als „hochqualitative Argumente“ tituliert wird.

Richtig: Für Stadtrat Schicker ist die Darstellung der Tatsachen durch die betroffenen BürgerInnen Polemik. Die BI-LLG hat zahlreiche Gespräche mit allen Beteiligten geführt, sich umfassend informiert und ihre Kritikpunkte mit Experten und Expertinnen erarbeitet. Stadtrat Schickers Abkanzeln ihrer hochqualifizierten Arbeit stellt eine Beleidigung mündiger engagierter Bürger und Bürgerinnen dar, die ihresgleichen sucht. Auch wir Grünen haben uns intensiv mit dem Projekt auseinandergesetzt und Studien machen lassen und kamen im Wesentlichen zum selben Ergebnis wie die BI-LLG. Es wäre erfreulich, wenn Stadtrat Schicker, die Sorgen dieser engagierten Menschen ernst nähme statt sich mit Halbwahrheiten und Schönfärberei zum Sprecher der Baulobby zu machen.

Die Arsenal-BewohnerInnen haben es bald nicht mehr weit zur Post

Wir haben es geschafft! Die Post AG ließ sich auf unser Ersuchen dazu bewegen, einen Postpartner im Arsenal zu suchen. Sie fand ihn mit dem Nahversorger Wolfgang Handler. Seit der Schließung des Postamts beim Südbahnhof im Dezember 2009 war das für die BewohnerInnen und Betriebe im Arsenal-Bereich zuständige Postamt in der Marokkanergasse – weit entfernt und schwer zu erreichen. Ab September 2010 wird der Feinkostladen Wolfgang Handlers Postpartner.

Gemeinsam mit den Grünen Landstraße, Wieden und Favoriten habe ich im April 2009 eine Kampagne für ein Postamt am zukünftigen Hauptbahnhof und ein Ersatzpostamt während der Bauzeit begonnen. Sogleich teilte mir die Post-AG damals mit, dass sie Verhandlungen mit den ÖBB, die eine weit überzogene Miete von 79,- Euro pro m² forderten, aufgenommen habe. Im Dezember konnten wir als 1.000 Unterschriften für die unsere Forderungen an Post-Generaldirektor Pölzl und Infrastrukturministerin Bures übergeben.

Unterschriftenübergabe. Vrnl: Manfred Itzinger, Klubobmann der Grünen Wieden, Eva Lachkovics, Postgeneraldirektor Pölzl, Postvorstandsdirektor Götz.

Im Gespräch mit Post-Generaldirektor Pölzl und Vorstandsdirektor Götz habe ich mich insbesondere auch für Postnahversorgung für den Arsenalbereich eingesetzt. Es gelang mir die beiden zu überzeugen, dass das Postamt in der Marokkanergasse für die ArsenalbewohnerInnen einfach unzumutbar ist. Sie versprachen mir, sich um eine bessere Lösung zu bemühen. Die Bemühungen waren nun tatsächlich erfolgreich. Aber ohne uns Grüne würde der Postpartner im Arsenal wohl nicht kommen.

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