Pflanzentreibstoffe verschärfen Hungerelend und Klimawandel.

Als Mitglied des Women in Development Europe (WIDE) Netzwerks Österreich war ich maßgeblich an der Erstellunge eines WIDE-Positionspapiers zu Agrotreibstoffen im Vorfeld der Kopenhagener Klimakonferenz und an der Formuliereung der folgende Presseaussendung beteiligt.

Ttl.: Für Frauen in armen Ländern ist Agrosprit die falsche Antwort auf den KlimawandelUtl.: Agro-Energiepflanzen verschärfen Nahrungsmittelknappheit, Spekulation und sind umweltpolitisch umstritten

(Wien, 9. Dezember 2009) Der aktuelle Agrotreibstoff-Boom wirft eine Reihe von gravierenden Problemen auf: horrende Preissteigerung bei Grundnahrungsmitteln, Preis- und Pachtsteigerungen von Land, Vertreibung und Verarmung von Kleinbauern und -bäuerinnen, Wasserknappheit, Schäden für die Umwelt, Bedrohung der biologischen Vielfalt und eine Erhöhung der Treibhausgas-Emissionen. „Klar ist, dass Agrotreibstoffe nicht zum Klimaschutz, dafür aber zur Nahrungsverknappung beitragen. Klar ist auch, dass Frauen in armen Ländern die Hauptleidtragenden sind,“ zeigt sich die Obfrau des österreichischen Netzwerkes „Women in Development Europe“ (WIDE), Renate Schneider, besorgt.

Das Österreich-Netzwerk von WIDE hat ein detailliertes Positionspapier zum Thema „Agrotreibstoffe – globale Ernährungssicherung, Recht auf Nahrung und Auswirkungen auf Frauen“ ausgearbeitet, um es der österreichischen Delegation zur Klimakonferenz in Kopenhagen mitzugeben. Darin werden Österreichs internationale Verpflichtungen für das Menschenrecht auf Nahrung sowie zum Schutz des Klimas und der biologischen Vielfalt eingemahnt. Österreichs Ziele der Beimengung von 10 Prozent Agrotreibstoffen bis 2010 und 20 Prozent bis 2020 stehen im Widerspruch zu diesen Verpflichtungen. Während von der EU nur etwa halb so viel Beimengung verlangt wird, hat sie darüber hinaus begonnen, die schwerwiegenden sozialen und ökologischen Bedenken gegen Agrotreibstoffe zur Kenntnis zu nehmen..

Die konventionelle und industrielle Landwirtschaft tragen enorm zur Treibhausgas-Produktion bei. Landwirtschaft sollte daher auf dem Klimagipfel in Kopenhagen ein prominentes Thema sein – ist es aber nicht. Mit der Schaffung neuer Anbauflächen durch Rodung und Trockenlegung von Mooren, die durch den Anbau von Agro-Energiepflanzen vorangetrieben werden, wird der landwirtschaftliche Treibhausgas-Ausstoß nur noch steigen. Die Beimengungsziele der Industriestaaten und Agro-Energiepflanzen müssen daher in Kopenhagen explizit auf die Tagesordnung. Sie sind keine sinnvolle, nachhaltige Lösung für die Energie- und Klimakrise.

„Ersatz für Erdöl und Energieproduktion für die Reichen dürfen keinesfalls auf Kosten der Ernährung der Armen und damit der Frauen gehen – wie im Fall der Agrotreibstoffe. Statt dessen brauchen wir Sofortmaßnahmen zur drastischen Reduktion des Energieverbrauchs und zur Förderung des öffentlichen Verkehrs,“ betont Schneider. Das WIDE-Positionspapier präsentiert eine Reihe von konkreten Vorschlägen, wie den Umstieg auf erneuerbare nachhaltige Energieträger und auf Biolandbau, Vorrang für die Nahrungsmittelproduktion und Ernährungssicherung, Spekulationsverbot auf Agrarprodukte. „Weiters fordern wir ein Moratorium auf jedwede Beimischungsziele, ein Importverbot von Agrotreibstoffen und allgemein einen sozial, frauenpolitisch und ökologisch verträglichen Welthandel“, sagt Schneider.

Rückfragehinweis:

WIDE – Netzwerk Women in Development Europe, office@wide-netzwerk.at, (+43-1)3174031,sowie Gertrude Klaffenböck (FIAN), 0043-650-4055511 und Eva Lachkovics 4000/81823

Treibstoffe aus Pflanzenanbau bringen nichts für den Klimaschutz

Kürzlich kamen WissenschaftlerInnen vom US Marine Biological Laboratory (MBL) anhand von Simulationen zu dem Schluss, dass so genannte Biotreibstoffe – richtigerer Begriff Agrotreibstoffe – aus großflächig angebauten Pflanzen, in der Regel Nahrungspflanzen, den Ausstoß von schädlichen Klimagasen noch verschärfen werden. Vor dem Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember 2009 fordern sie im renommierten Wissenschaftsmagazin Science, den aktuellen Agrotreibstoff-Boom schleunigst zu beenden. Andernfalls sagen sie ein düsteres Szenarium voraus.

Es ist nicht die erste Studie, die darauf hinweist, dass Agrotreibstoffe keine Klimalösung bringen. Trotzdem wurde immer wieder in den Raum gestellt, dass Agrokraftstoffe eine klimaneutrale Alternative zu fossilen Brennstoffen darstellen würden. Damit räumt die aktuelle Studie nun endgültig auf. Statt dessen prognostiziert sie und abnehmende Nahrungsproduktion durch Agrosprit.

Um landwirtschaftliche Flächen für die Treibstoffproduktion zu gewinnen, werden einerseits Regenwälder abgeholzt oder gar brandgerodet. Bäume sind enorme CO2-Speicher. Bei der Rodungen geht ihre unersetzliche klimaschützende Rolle verloren. Große Mengen an gespeichertem CO2 entweichen in die Erdatmosphäre. Andererseits werden Ackerflächen der Lebensmittelproduktion für die Agrotreibstoffproduktion umgewidmet. Statt Nahrung für Menschen wird Futter für Autos produziert.

In beiden Fällen muss der industrielle Anbau von Pflanzen für die Spritproduktion durch umweltschädliche Pestizide, Herbizide und durch Kunstdünger ermöglicht werden. Aus Kunstdünger entsteht jedoch durch chemische Reaktionen im Boden Distickstoffmonoxid (N2O), so genanntes Lachgas. Dieses ist etwa 300 mal klimaschädlicher als CO2. Schon jetzt produziert die konventionelle Landwirtschaft 80% des globalen Ausstoßes an Lachgas. Mit dem Pflanzenanbau für Agrosprit wird es mehr.

Im Zusammenhang mit Agrotreibstoffen steigt auch die Akzeptanz der Gentechnik in der Landwirtschaft. Sogar Josef Pröll konnte sich, damals noch Landwirtschaftsminister, den Anbau von genmanipuliertem Saatgut für Agrotreibstoffe in Österreich vorstellen – unter Missachtung des österreichischen Gentechnikvolksbegehrens. Ob für Treibstoff oder Nahrungsmittel, die ökologischen Probleme der Gentechnik bleiben dieselben.

Agrotreibstoffen der zweiten Generation aus Biomasse wie Stroh, Rinde, Blätter, Mist, Küchenabfälle, Holzschnitzel sind ebenfalls kritisch zu betrachten. Denn sie entziehen die Biomasse dem landwirtschaftlich genutzten Boden, der sie für seine Regeneration braucht. Dann wird wieder klimaschädlich gedüngt.

Die Beimischungsziele der Industrieländer können nur durch den Import großer Mengen an pflanzlichen Rohstoffen aus dem Süden erreicht werden. Dort werden Ackerflächen dafür akquiriert. Ergebnis: Enormer Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln. Zwischen Jänner 2005 und Juni 2008 verdreifachte sich der Maispreis. Weizen wurde um 127% teurer, Reis um 170%, Palmöl um 200%, Sojaöl um 192%. In Brasilien führte die Ausweitung des Zuckerrohranbaus für Agrosprit auf Weideland zu einer Erhöhung des Milchpreises um 50%. Menschen werden von ihrem Land vertrieben wie etwa die Gemeinde Batang Kuma (Sumatra), deren Häuser niedergebrannt wurden, um neue Ölpalmplantagen errichten zu können. Die Ernährungssicherheit sinkt, Armut und Hunger steigen.

... statt Grundnahrungsmittel für arme Menschen?

Ölpalmplantagen für Agrosprit ...

Radikales Umdenken ist gefordert. Nicht über Ersatz für Erdöl muss nachgedacht werden, sondern über sofortige Maßnahmen zur drastischen Reduktion des Energieverbrauchs und der Treibhausgase, u.a.:

  • Steigerung der Energieeffizienz
  • Eindämmung des PKW-Verkehrs, Vermeidung von LKW-Transporten
  • Stärkere Besteuerung von Kerosin und Schiffstreibstoffen
  • Umstieg auf erneuerbare nachhaltige Energieträger
  • Umstellung der landwirtschaftlichen Flächen auf ökologische Landwirtschaft
  • Keine Spekulation auf Agrarprodukte
  • Agrarreformen als Instrument zur Ernährungssicherung
  • Umstellung auf sozial, ökologisch und frauenpolitisch verträglichen Welthandel

Kommentar zu schlecht recherchiertem blauäugigen Artikel in der Wiener Zeitung

„Von Brot allein kann niemand leben“ übertitelte Christa Karas ihren Artikel in der Wiener Zeitung vom 18. November 2009. Damit hat sie zweifelsohne recht. Doch ihre Schlussfolgerung, dass der mit Provitamin-A versetzte so genannte „Golden Rice“ das Problem der Mangelernährung in Asien lösen könnte, ist eine irrige Annahme. Ich war jahrelang in der Entwicklungspolitik, unter anderem in Südostasien, tätig und verfolge als Expertin für pflanzengenetische Vielfalt und sozio-ökonomische Auswirkungen von Gentechnik in der Landwirtschaft und ausgebildete Biochemikerin die Diskussion um den Golden Rice mit großer Skepsis. Dieser viel zitierte Reis bringt keine Lösung des Hungerproblems sondern eine Verlängerung. Dafür gibt es mehrere Gründe.

  1. Die Entwicklung des Golden Rice ist noch immer nicht so weit gediehen, dass er großflächig in tropischen Gegenden angebaut werden könnte. Das liegt nicht, wie von Christa Karas behauptet, am Widerstand von Umweltschutzorganisationen sondern an der komplexen Gentechnologie.
  2. An dieser Reissorte hängen aufgrund der gentechnischen Entwicklung unzählige Patente (mittlerweile wohl schon weit über 70). Wie eine patentrechtliche Regelung aussehen könnte, damit dieser Reis tatsächlich armen Menschen zugänglich gemacht werden kann, ist nicht geklärt.
  3. Die mangelernährten Menschen in Asien, die sich fast nur mehr von Reis ernähren können, leiden an vielen Mangelerscheinungen, nicht nur an Vitamin A-Mangel, u.a. auch an Zinkmangel. Zink ist aber notwendig, um Provitamin A (Betakarotin), das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird, aufnehmen zu können, ebenso wie Fett, dass diesen armen Menschen auch nicht zur Verfügung steht. Die extrem einseitige Ernährung, die ich selbst in einem armen Dorf in Bangladesh erleben konnte, wurde durch die so genannte „Grüne Revolution“ von Norman Borlaug hervorgerufen. Entgegen der Behauptung in oben genanntem Artikel hat diese sich sehr wohl durch staatlichen Druck in Asien durchgesetzt und zu Schuldenspiralen unter armen Bauern und Bäuerinnen geführt. Borlaugs Hochertragshybride, die in Monokulturen unter Zufuhr von diversen Agrochemikalien angebaut werden mussten, verdrängten nämlich eine Vielfalt an Nahrung für die Armen wie etwa Provitamin A-haltige Blattgemüse sowie Fische, Krabben, Enten in den Reisfeldern. Die Verschmutzung durch die Agrochemikalien zerstörte weitere Nahrungsquellen für die Armen. Sogar das International Rice Research Institute (IRRI), Hauptbetreiber der Grünen Revolution in Asien, gab schließlich zu, dass die Grüne Revolution die Mangelernährung unter den Armen verschlimmert hat.
  4. Dieser genmanipulierte Reis soll im Zentrum der pflanzengetischen Vielfalt (Vavilov-Zentrum) für Reis angebaut werden. Mit Sicherheit ist dann mit einer Kontamination der noch vorhandenen vielfältigen Reissorten zu rechnen, einem nicht wieder gut zu machenden Schaden an der Grundlage für weitere Reiszüchtungen.
  5. Allein in den ersten 10 der mittlerweile etwa 20 Forschungsjahren zum Golden Rice hat das Projekt 100 Mio US$ an öffentlichen Geldern verschlungen. Dann wurde das öffentlich geförderte Forschungergebnis an den weltgrößten Agrokonzern Syngenta verkauft. Mit diesem öffentlichen Geld hätte man eine Menge von Maßnahmen, die sofortige Wirkung zeigen, umsetzen können. So haben etwa Hausgartenprojekte mit Frauen in Thailand und Bangladesh gezeigt, dass selbst in den kleinsten Gärten eine Fülle von verschiedenen nahrhaften Gemüsen und Obst mit allen Vitaminen und Spurenelementen, nicht nur Betakarotin, produziert werden können. Der Gesundheitszustand der Familien dieser Frauen hat sich erheblich gebessert und damit auch die Provitamin A-Aufnahme. Schon täglich 200 g grünes Blattgemüse können den Provitamin A-Bedarf eines erwachsenen Menschen decken, mit Golden Rice ist das nicht möglich, selbst wenn es ihn schon zu essen gäbe. Hätte man die vielen Millionen öffentlicher Gelder für solche Projekte, die Anleitung zur Selbsthilfe geben und vor allem Frauen ihre wichtige Rolle in der Ernährung ihrer Familien, die sie durch die Grüne Revolution verloren hatten, zurückgeben, so hätte man in den letzten 20 Jahren bereits viel Blindheit, Leiden und Tod vermeiden können. So gesehen hat der Golden Rice, der immer noch nichts zur Linderung des Vitamin A-Mangels beiträgt, verhindert, dass vielen armen Menschen geholfen wird.
  6. „Von Brot allein kann niemand leben“ hieß der Artikel. Aber implizit findet die Autorin nichts dabei, wenn die Ärmsten dieser Welt von Reis allein leben sollen. Das ist jetzt der Fall, und soll auch so bleiben, wenn es nach den Vorstellungen machbarkeitsverliebter Wissenschafter geht. Denn als ich einmal einen solchen bei einer Diskussionsveranstaltung fragte, was er denn zur Behebung all der anderen Ernährungsmängel, an denen einseitig ernährte Menschen in Asien leiden, vorschlage, antwortete er mir allen Ernstes, dass man dann eben alle Vitamine und Spurenelemente in den Reis einbauen wird. Für mich ist das eine unfassbare europazentrierte Überheblichkeit.

Davon abgesehen sind Hunger und Mangelernährung kein Problem eines Mangels an hochwertiger Nahrung auf dieser Welt ist, sondern ein Verteilungsproblem. Ein Verteilungproblem lässt sich nicht durch eine Technologie lösen. Das hat schon die Grüne Revolution gezeigt, obwohl Norman Borlaugs Technologie damals nicht in den Händen der Industrie sondern in denen der internationalen Landwirtschaftszentren lag. Die Gentechnologie hingegen unterliegt der Kontrolle von Großkonzernen, die nur an ihrem Profit interessiert sind. Und der Golden Rice soll zur Imagehebung der Gentechnik in der Landwirtschaft dienen. Deshalb will ihn Syngenta an arme Bäuerinnen und Bauern zunächst gratis verteilen. Ob das angesichts der vielen Patente überhaupt möglich ist, bleibt noch zu klären. Jedenfalls wurde dabei an die vielen mangelernährten Menschen in den Slums der Großstädte noch nicht gedacht. Doch nur ein generelles Umdenken wird das Hungerproblem lösen.

Eine Supermarkt-Initiative in Deutschland rief am Welt-Tag der menschenwürdigen Arbeit (7.10.) zu einer Aktion gegen die Verschlechterung von Arbeitsbedingungen durch Supermarktketten auf. Ich begrüße diese Aktion und mache auch mit.

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Supermarktketten drücken die Preise ihrer LieferantInnen und setzen unfaire Einkaufspraktiken ein. Die Leidtragenden dieser preisaggressiven Einkaufspolitik der Supermarktketten sind ArbeiterInnen in der Produktion in Europa und in Entwicklungsländern sowie Beschäftigte im Verkauf. Hunger­löhne, miserable Arbeitsbedingungen, Überstunden und zunehmend unsichere Arbeitsverhältnisse sind die Folge.

Diese Praktiken führen auch zum Rückgang der kleinteiligen Nahversorgung, die mit dieser unfairen Konkurrenz nicht mithalten kann. Dadurch gehen viele Arbeitsplätze mit weitaus besseren und sichereren Arbeitsbedingungen verloren. Denn kleinteilige Nahversorgung schafft pro Verkaufsfläche mehr Arbeitsplätze als große Supermärkte und Einkaufszentren.

Die Aktion unterstützen, kann man ganz einfach, indem man den Appell an Edeka, Rewe, Aldi (Hofer), Lidl und Metro, beim Einkauf Arbeits- und Menschenrechte zu achten und ökologische und soziale Standards einzuhalten, unterschreibt.

Hundert Märkte, tausende kleine Geschäfte

Diesmal habe ich Paris mit anderen Augen betrachtet, mit dem Blick auf Beispiele für gute Nahversorgung. Auf der Studienreise des Gemeinderatsausschusses für Frauen, Integration, Personal und KonsumentInnenschutz vom 28. September bis 1. Oktober.

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Überall kleine Nahversorger

Wenn ich bei meinen sonstigen Parisaufenthalten vor allem von der Weite der Plätze, Avenues und Boulevards beeindruckt war, so war ich es diesmal von den dicht gedrängten, engen Geschäften aller Art, die umfassende Nahversorgung bieten. Kleine und große Straßen sind flankiert von unzähligen Minisupermärkten, Bäckereien, Konditoreien, Fleischerläden, Greißlereien, wo man alles bekommt, und spezialisierten Läden wie etwa Pasteten- oder Weingeschäften. Dazwischen gibt es Dienstleistungsbetriebe wie Friseurläden, Schneidereien und verschiedenste kleine Restaurants. Auf den Wegen zur und von der Arbeit kann man alles, was man zum täglichen Leben braucht, erledigen.

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Keine Riesensupermärkte

In den 20 Arrondissements von Paris findet man kaum einen großen Supermarkt, kaum ein leer stehendes Geschäftslokal. Dafür sorgen die politischen Rahmenbedingungen, die die Pariser Stadtregierung geschaffen hat. In Paris sind Supermärkte, die eine gewisse Größe überschreiten, im Wesentlichen verboten. Die ursprüngliche kleinteilige Struktur der Erdgeschosse in den Pariser Häusern blieb daher bis heute bestehen. Leider gibt es Anzeichen, dass das Supermarktverbot aufgeweicht werden soll.

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Ganz kleine Pariser Supermärkte

Beharren auf Branchen und Vorkaufsrecht der Stadt

In Pariser Geschäftsstraßen müssen zudem leer gewordene Lokale wieder mit derselben Branche wie vorher besetzt werden. Wenn etwa eine Bäckerei schließt, muss dort eine neue Bäckerei aufmachen. Für bestimmte Stadtteile gibt es außerdem ein Vorkaufsrecht der Stadt Paris. Die Gemeinde hat das Recht, längere Zeit leer stehende Geschäftslokale aufzukaufen und entweder weiterzuvermieten oder zu verkaufen – natürlich unter Wahrung der vorherigen Branche. So wird ein guter Branchenmix in einer Straße vor dem Überhandnehmen von Wettbüros, Handyshops oder Ramschläden geschützt.

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Stadt der Märkte

Paris hat auch 100 Märkte verschiedenster Art – gemischte Straßenmärkte Markthallen und spezialisierte Märkte wie z.B. drei Blumenmärkte, einen Briefmarkenmarkt und mehrer Flohmärkte. Die Markthallen sind sechs Tage in der Woche geöffnet, die Straßenmärkte hingegen in der Regel nur zwei oder drei Tage, einen davon am Wochenende. Da die PariserInnen gerne am Wochenende mit der ganzen Familie auf den Markt gehen, sind die Straßenmärkte beliebter als die Markthallen. Aber in jedem Fall steht Paris zu seinen Märkten, auch wenn sie die Stadt einiges kosten.

Der Blumenmarkt auf der Ile de la Cite.

Der Blumenmarkt auf der Ile de la Cite.

Ein größerer Pariser Straßenmarkt.

Ein größerer Pariser Straßenmarkt.

Paris als Vorbild für Wien

Paris zeigt, dass regulative Rahmenbedingungen für den Erhalt von Nahversorgung und Märkten geschaffen werden können, wenn der politische Wille vorhanden ist. In Wien fehlt er. Meine Vorschläge für Leerstandsabgabe und Prüfung eines Vorverkaufsrechts wie in Paris wurden von SPÖ und ÖVP nicht einmal diskutiert. Ich werde aber Stadträtin Frauenberger das Pariser Vorbild nicht vergessen lassen und auf entsprechende Maßnahmen in Wien drängen.

Eine der Pariser Markthallen

Eine der Pariser Markthallen

Kleiner Straßenmarkt beim Aufbau

Kleiner Straßenmarkt beim Aufbau

Das neue Grüne Nahversorgungsprojekt bringt Bio-Essen zu den Menschen

„Ich finde diese Initiative ganz toll! Warte schon mit Spannung auf die Vielfalt des Angebotes.“ „Ich finde die Idee mit der Bio-Nahversorgung grandios.“ So wurde die Ankündigung des neuen Projekts der Wiener Grünen u.a. begrüßt. Am Freitag, 2.10., am Nachmittag kam unser “Mobiler Kleingrünmarkt” voll beladen mit Bio-Lebensmittel zum ersten Mal auf den Theumermarkt in Neustammersdorf, am Samstag, 3.10., vormittags auf den Osloplatz in der Donaustadt fort. Mit Freude über die Belebung der beiden leeren, kahlen Plätze und über das nahe Angebot an gesundem Bio-Essen wurde er erwartet.

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Großer Andrang am Oslppaltz

Beide Plätze liegen in 15 Jahre alten großen Wohsiedlungen, wo es kaum bis gar kein Angebot an Lebensmittel in der Nähe gibt. Überhaupt heißt Nahversorgung in Floridsdorf und der Donaustadt derzeit meist Supermarkt, der nur mit dem Auto zu erreichen ist. Darum haben die Grünen Wien das Projekt „Mobiler Kleingrünmarkt“ ins Leben gerufen. Dieser bringt zweimal in der Woche Biolebensmittel direkt zu den Menschen in schlecht versorgten Grätzeln Floridsdorfs und der Donaustadt. Um Bionahrungsmittel und Fair Trade-Produkte zum Selbstkostenpreis abgeben zu können, wurde eigens der „Verein für mobile biologische Nahversorgung“ gegründet. Wer Mitglied im Verein ist, kann zu günstig gesundes Essen einkaufen. Die Mitgliedschaft gibt es um 1,- Euro im Jahr, inklusive Stoffeinkaufstasche, die als Mitgliedsausweis dient.

Der "Mobile Kleingrünmarkt" voll beladen

Der "Mobile Kleingrünmarkt" voll beladen

In Kooperation mit dem Biohof Adamah organisieren wir Bioware aus dem Umland von Wien. Das Angebot richtet sich nach der Saison, derzeit besteht es aus Äpfel, Birnen, verschiedenstem Herbstgemüse, Getreideprodukten, aber auch aus Fruchtsäften, Brot, Käse und Eiern angeboten. Was nicht bei uns wächst, vor allem Kaffee und Schokolade kommt aus fairem Handel.

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Wir bieten Nahversorgung im doppelten Sinn: Wir bringen gesunde Lebensmittel aus der Nähe zu den Menschen. Damit wollen wir zeigen, wie man Autoverkehr verringern, die Kommunikation im Grätzel fördern, die Wirtschaft in der Stadt ankurbeln und österreichische Biobäuerinnen und -bauern und ihre ökologische Landwirtschaft unterstützen kann. Einerseits muss die verfehlte Stadtentwicklungs- und Verkehrspolitik in den beiden Nordbezirken korrigiert werden, andererseits soll die Bevölkerung motivieren werden, gemeinschaftlich alternative und kooperative Wirtschaftsmodelle zu initiieren.

Das Bedienen der engagierten menschen machte viel Spaß.

Das Bedienen der engagierten Menschen machte viel Spaß.

„Wir waren vergangenen Samstag schon auf dem Mobilen Kleingrünmarkt und waren begeistert.“, schrieb eine Anrainerin. Andere reagierten am Stand ganz ähnlich und beklagten den sonstigen Mangel an Nahversorgung. Viele hatten den Ankündigungsfolder gelesen und standen bereit, sobald der Stand aufgebaut war. Andere kamen zufällig vorbei, wurden neugierig und nahmen das Angebot freudig an. Sogar im Auto Vorbeifahrende blieben stehen, erkundigten sich und setzten mit einer Tasche voll Gemüse ihre Fahrt fort. Kinder liefen herum und bekamen „freche Früchtchen“, Biosüßigkeiten, geschenkt. Das alternative Angebot an gesunden Nahrungsmitteln ohne chemische Rückstände wurde von Frauen und Männern mit Kindern ganz besonders geschätzt. Das Bedürfnis nach gesunder ökologischer Nahversorgung ist groß.

Der "Mobile Kleingrünmarkt" fast leer geräumt

Der "Mobile Kleingrünmarkt" fast leer geräumt

Die nächsten Termine sind:

Freitag, 9.10.09, 16 bis 19 Uhr: Donauplatte, Wien 22.

Samstag, 10.10.09, 10 bis 13 Uhr: Quadenstraße, Wien 22.

Freitag, 16.10.09, 16 bis 19 Uhr: Theumermarkt, Wien 21.

Samstag, 17.10.09, 10 bis 13 Uhr: Osloplatz, Wien 22.

Frauen arbeiten die letzten 96 Tage des Jahres gratis

Morgen, 27.9.2009, ist Equal Pay Day. Dieser thematisiert, dass Frauen
in Österreich bei gleicher Tätigkeit um 26,2% weniger als Männer
verdienen. In Arbeitsage umgerechnet, werden Frauen erst zu Jahresende
das verdient haben, was Männer bereits bis zum 27. September verdient
haben. Man kann sagen: Frauen arbeiten also bis Jahresende de facto
gratis - 96 Tage lang.

Daher haben die Grüne Wiener Frauensprecherin Monika Vana und die
Grüne Bundesfrauensprecherin Judith Schwentner gestern zu einer Aktion
zum Equal Pay day aufgerufen. Das Motto: "Mehr Knödel für Frauen!
Frauenarbeit ist gleich viel wert!"
vorne v.l.n.r.: Eva Lachkovics und die Frauensprecherinnen Monika Vana und Judith Schwentner
vorne v.l.n.r.: Eva Lachkovics und die Frauensprecherinnen Monika Vana und Judith Schwentner
In der heutigen Ausgabe der Wiener Zeitung (26.9.09) hetzt ihr  Chefredakteur Andreas Unterberger im Editorial gegen den Equal Pay Day  und meint, dies sei "ein arger Missbrauch statistischer Globaldaten".  Er ärgert sich über "Gleichbehandlungs-Beauftragtinnen" und negiert die  unzähligen Beschwerden wegen Frauendiskriminierung, die die  Gleichbehandlungsanwaltschaft zu bewältigen hat. Er meint, Männer verdienen in manchen Bereichen, wie in der Kunst und  im Sport, mehr, weil sie mehr Publikum anziehen. Dass dies ein Ergebnis  der Diskriminierung ist, versteht Herr Unterberger nicht. Er kritisiert,  dass Mädchen auch heute noch "in Massen überbesetzte, daher schlecht  bezahlte Berufe wie Friseurin oder Kosmetikerin" wählen, ohne zu erwähnen,  dass ihnen das Ergreifen anderer Berufe durch strukturelle  Benachteiligungen erschwert bzw. unmöglich gemacht wird.  In frauendominierten  Berufen wird generell schlechter bezahlt. Das ist System und keine Folge eines  Überangebots. Herr Unterberger beschwert sich auch über "enorme Steuerverschwendungen unter dem  Titel 'Gender'". Was er damit meint, bleibt offen. Zu allem Überfluss behauptet er  noch, dass es deutsche Statistiken gäbe, wonach Männer "im Schnitt viel mehr  arbeiten" als Frauen und bedauert, dass es keine solche Statistik in Österreich gäbe.  Der bedauernswerte Mann hat wohl noch nichts vom statistischen Zentralamt in  Österreich gehört. Dort gibt es jede Menge Statistiken, die belegen, dass Frauen viel  mehr arbeiten als Männer. In seiner sexistischen Ignoranz bezieht sich Unterberger nur  auf bezahlte Arbeit und lässt die für die Gesellschaft unentbehrliche unbezahlte  Arbeit der Frauen völlig außer acht. Die Wiener Zeitung befindet sich im Besitz der Republik Österreich. Es ist ein  veritabler Skandal, dass ihr Chefredakteur solch einen tendenziös sexistischen  und sachlich unrichtigen Leitartikel schreibt. Herr Unterberger leistet sich  derartige sexistische Rülpser nicht zum ersten Mal. Glücklicherweise sind seine  Tage in dieser Position gezählt. Im November wird er von Reinhard Göweil vom  Kurier abgelöst. Dennoch wäre in der verbleibenden Zeit eine Entschuldigung bei  der diffamierten Mehrheit der österreichischen Bevölkerung, den Frauen, durchaus  angemessen.


Die Stadt Wien muss Taten setzen, damit alle Zugang zu Bioprodukten haben.

Alle Wienerinnen und Wiener ernähren sich von Bio-Lebensmitteln. Bis 2020 soll das umgesetzt sein. Das wünschte sich ein Publikumsteilnehmer bei unserem StadtexpertInnengespräch „Bio für alle?“ am 17. September im Rathaus. Ein etwas unrealistischer Wunsch. Denn niemand kann und soll gezwungen werden, sich auf bestimmte Weise zu ernähren. Aber es ist natürlich wünschenswert, dass es irgendwann in der Zukunft keine mit Agrogiften verunreinigten Lebensmittel mehr gibt und Landwirtschaft umweltgerecht betrieben wird. Bis dahin werde ich mich auf Wiener Ebene dafür einsetzen, dass sich jeder und jede Bioprodukte leisten kann. Dazu braucht es einerseits Anreize für den Biolandbau und für Biobauern und -bäuerinnen, damit sie nach Wien kommen, und andererseits Armutsbekämpfung. So manche Alleinerzieherin kann sich derzeit kaum das Jausenbrot für ihr Kind, ihre Kinder leisten, geschweige denn ein Bio-Jausenbrot.

Das Podium des StadtexpertInnengesprächs "Bio für alle?" mit Alois Huber vom Spar, der Moderatorin Julia Ortner vom Falter, mir, Gerhard Zoubek vom Biohof Adamah und Stefan Maran vom Biomarkt Maran. Leider fehlt Margit Stolzlechner von den Hollerei-Restaurants auf den Fotos.

Das Podium des StadtexpertInnengesprächs “Bio für alle?” mit Alois Huber von Sparder Moderatorin Julia Ortner vom Falter, mir, Gerhard Zoubek vom Biohof Adamah und Stefan Maran vom Biomarkt Maran. Leider fehltMargit Stolzlechner von den Hollerei-Restaurants auf diesem Foto.

Biolandbau in Wien ausbauen

Die Stadt Wien muss mit gutem Beispiel voran gehen. Sie sollte alle ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Biolandbau umstellen. Derzeit sind das nur die drei Ackerbauflächen in Wien, nicht aber die in Laxenburg, Rannersdorf und Eggenburg sowie die Weingärten am Cobenzl. Eine offensive Förderung des Umstiegs von privaten Wiener Betrieben auf Biolandbau sei ebenfalls dringend nötig. Derzeit sind weniger als 10% der Wiener landwirtschaftlichen Betriebe Biobetriebe. Österreichweit werden 16% der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bebaut. Das Ziel, bis zum Jahr 2020 eine 20%-Quote zu erreichen, wird jedoch gerade jetzt von Landwirtschaftsminister Berlakovich enorm gefährdet. Denn nur noch bis Ende 2009 gibt es die Förderung für die Umstellung von konventionellen Betrieben auf Biolandbau. Die vom Grünen Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber geforderte Verlängerung dieses Programms, wurde abgelehnt.

Julia Ortner und ich

Julia Ortner und ich

Biobauern und -bäuerinnen auf die Wiener Märkte

In Wien brauchen wir auch Anreize für Biobauern und -bäuerinnen, damit sie vermehrt ihre Produkte auf den Wiener Bauernmärkten und auf mobilen Märkten anbieten. Dafür soll Infrastruktur bereitgestellt und die Standmieten für Biobauern und -bäuerinnen vergünstigt werden. Bioanbau auf kommunikations- und integrationsfördernden Gemeinschaftsbeeten in Gemeindebauhöfen kann ebenfalls für mehr leistbares gesundes Essen in Wien sorgen. Das muss durch die Bereitstellung von Flächen und Anleitung zum Bioanbau für die Gemeindebau-BewohnerInnen ermöglicht werden. Auch andere öffentliche Flächen könnten dafür genutzt werden.

Stefan Maran

Stefan Maran vom Biomarkt Maran

Bio für Klima und Gesundheit!

Der Biolandbau emittiert um 60% weniger Treibhausgase als die konventionelle Landwirtschaft. Zudem entsteht aus Kunstdünger Lachgas, ein Stickoxid, das etwa 300-mal klimaschädlicher wirkt als CO2. Bioessen ist besser und gesünder. Das ergab eindeutig und zweifelsfrei eine EU-weite Studie, an der 31 europäische Institutionen fünf Jahre lang geforscht hatten – veröffentlicht im April 2009. Im Zeitalter des Klimawandels muss jede Möglichkeit genutzt werde, den Ausstoß an Trei8bhausgasen zu reduzieren. Quantitativer Umstieg auf Biolandbau ist demnach das Gebot der Stunde. Und gesundes und ökologisch einwandfreies Essen muss allen zur Verfügung stehen. Es darf kein Privileg der besser Verdienenden mehr sein!

Alois Huber
Margit Stolzlechner
Alois Huber von Spar (rechts) und
Margit Stolzlechner von der Hollerei (unten)

Bei der Nahversorgung ziehen FPÖ-Hassparolen nicht

Hetze gegen migrantische Geschäfte ist unintelligent. Diese Erfahrung machte die Favoritener FPÖ am Montag, 14.9.09. Sie hatte mit der Begründung angeblicher „massiver Bürgerbeschwerden in Favoriten im Zusammenhang mit islamischen Zentren“ eine BürgerInnenversammlung einberufen lassen. Dabei ging es der Blaupartei weniger um islamische Zentren, als um die Nahversorgung rund um diese Zentren. Die FPÖ will keine kleinen Geschäfte, Minisupermärkte, Kaffeehäuser, oder günstige Friseurläden. Jedenfalls nicht, wenn sie von Türken oder Türkinnen betrieben werden. Dabei freuen sich viele Menschen über diese Nahversorger, die oft die lange vermissten Greißler ums Eck ersetzen. Darum gibt es in der Bevölkerung auch wenig Verständnis für den blauen Vorstoß.

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Keine Beschwerden der AnrainerInnen

Peter Resetarits moderierte die Versammlung sehr souverän. Er ging die Favoritener islamischen Zentren der Reihe nach durch und fragte bei jedem einzelnen nach den AnrainerInnenbeschwerden. Es gab keine. Auch der Vorwurf der FPÖ, dass sich die meisten türkischen Geschäfte nicht an die Gesetze hielten und nicht kontrolliert würden, wurde entkräftet. Die anwesenden BeamtInnen konnten belegen, dass sie türkische Geschäfte genauso oft und streng kontrollieren wie alle anderen.

Etwa 300 Personen waren im Saal der BürgerInnenversammlung anwesend. Vor dem Eingang befanden sich noch mehr, darunter nationale Parolen brüllende Jugendliche. Bewacht wurde der Eingang von einem Großaufgebot an Polizei hinter Absperrungen. Nicht einmal ich wurde als Gemeinderätin eingelassen. So nervös war die Polizei. Mir wurde erklärt, dass der Saal voll sei, so dass sie nicht einmal PolitikerInnen, die sich mit der Materie beschäftigen, hineinlassen konnten. Eine unrichtige Behauptung.

Kleine Geschäfte sichern Arbeitsplätze

Völlig unverständlich ist, weswegen die FPÖ mitten in der Wirtschaftskrise bei rapide steigender Arbeitslosigkeit kleine Gewerbebetriebe attackiert, die Arbeitsplätze sichern, brav ihre Steuern zahlen und für Lebensqualität sorgen. Wir Grüne fordern hingegen Gründungsförderunge für kleinen Nahversorger dieser Art. Bedenklich sind auch die horrenden Kosten für den massiven Polizeieinsatz, der ohne die FPÖ-Angstparolen im Vorfeld nicht nötig gewesen wäre. Zulasten der SteuerzahlerInnen.

Erstaunlich auch, dass die FPÖ das Gewerberecht nicht kennt. Wer eine Gastronomie- oder Bäckerei-Konzession hat, darf am Sonntag offen halten. Will die FPÖ auch alle Ströck-Filialen zusperren, damit sich niemand mehr sonntags frische Kipferln kaufen kann?

Die AnrainerInnen jedenfalls freuen sich über das Angebot und die freundliche und persönliche Bedienung in den kleinen neuen Geschäften. In Favoriten haben sie sich daher auch nicht aufhetzen lassen. Bravo! Gratulation!

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Herzlich möchte ich alle Interessierten zu folgender Veranstaltung einladen:

StadtexpertInnengespräch Bio für alle?

Über die Zukunft und den Preis biologischer Nahrungsmittel.

Donnerstag, 17. September 2009, 19:00 Uhr

Rathaus, TOP 24, Arkadenhof, 1082 Wien (Eingang Lichtenfelsgasse)

Es diskutieren:

Stefan Maran, Pionier der Biobranche mit mittlerweile 5 Maran Biomärkten

Gerhard Zoubek, Biobauer vom Biohof Adamah mit Direktverkauf und Auslieferung

Alois Huber, stv. Geschäftsührer der SPAR-Zentrale St. Pölten (für Wien zuständig) zur „Natur pur“-Linie

Margit Stolzlechner, Köchin und Besitzerin der beiden vegetarischen Restaurants Hollerei

Eva Lachkovics, Gemeinderätin und Nahversorgungssprecherin der Wiener Grünen

• Diskussionsleitung Julia Ortner, Falter

Um Anmeldung unter karin.binder@gruene.at wird gebeten! wien.gruene.at

Worum geht’s?

Das brandaktuelle Ergebnis eines fünfjährigen europäischen Forschungsprojektes unter der Beteiligung von mehr als 30 Forschungsinstituten, Firmen und Universitäten in ganz Europa stellt unmissverständlich klar: Bioprodukte sind besser und gesünder als konventionell erzeugte. Eine englische Studie, die zuvor zu einem gegenteiligen Ergebnis kam, wurde als oberflächlich und unseriös widerlegt. Daher sollten sich alle Menschen gesunde Biolebensmittel leisten können.

„Bio für alle“ wollte die deutsche Biomarkt-Kette Basic durch den Einstieg des Diskonters Lidl realisieren. Die KundInnen liefen davon. Billa und Spar dagegen scheinen mit „Ja, natürlich!“ und „Natur pur“ gut zu fahren. Und Hofer, Österreich-Tochter des deutschen Diskont-Riesen Aldi-Süd, ging eine Kooperation mit Greenpeace zum Ausbau seines Biosortiments ein.

• Sind die Supermärkte mit ihren Bioangeboten und ihrer Marktmacht nun Segen oder Gefahr für den Biolandbau?

• Was sagen BiolandwirtInnen, Biomärkte und GastronomInnen dazu?

• Wie lässt sich Kostenwahrheit zwischen Bio- und konventionellen Lebensmitteln herstellen?

• Wie machen wir „Bio für alle“ möglich, damit Bio-Nahrung kein Privileg für Gutverdienende ist?

Stellen Sie am 17. September Ihre Fragen an die ExpertInnen und diskutieren Sie mit uns. Ich freue mich auf Ihr Kommen.

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