Erdäpfelaktion im Regen

Am 16.3. fand bei miserablem Wetter aber guter Stimmung am Christian Broda-Platz (Westbahnhof/Mariahilferstraße) eine Aktion gegen die gentechnisch veränderte Erdäpfelsorte Amflora  statt. Trotz Bedenken wurde die umstrittene Gentechnik-Sorte des deutschen Chemikonzerns BASF am 2. März von der EU-Kommission für die industrielle Verwendung und als Futtermittel zugelassen. Die Warnung der Weltgesundheits-Organisation (WHO) vor dem Anbau der Kartoffel Amflora, da sie eine zentrale Antibiotika-Resistenz enthält, wurde von der Kommission und insbesondere vom Gesundheits-Kommissar ignoriert. Damit stellen Kommission und Gesundheits-Kommissar die Interessen eines Megaunternehmens über die Gesundheit der EU-BürgerInnen.

Zahlreiche österreichische Organisationen beteiligten sich an der Aktion. Darunter: Agrarattac, das Agrarbündnis Österreich, Bio Austria, FIAN, Bio Austria, Slow Food Linz, ARGE Schöpfungsverantwortung, Global 2000, doe Östereichische BergbäuerInnenvereinigung (ÖBV-Via Campesina Austria) und die Grünen Bauern und Bäuerinnen, in deren Vorstand ich Mitglied bin. Eine Tonne Bioerdäpfel wurden verteilt, um so der Forderung nach Gentechnik-Freiheit Nachdruck zu verleihen.

Auch die europaweit präsentierte „European Food Declaration“ (Eurpäische Nahrungsdeklaration) wurde vorgestellt. Die Deklaration spricht sich sehr deutlich für ein nachhaltiges Landwirtschaftssystem und gesunde Lebensmittel in Europa und gegen gentechnik in der landwirtschaft aus. Auch die Grünen Bauern und Bäuerinnen unterstützen mit ihrer Unterschrift neben anderen 180 europäischen Organisationen diese Deklaration. Gefordert wird eine breite öffentliche Debatte über die Neuorientierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU, die 2013 in Kraft treten soll.

Es ist höchste Zeit, dass ein Umdenken stattfindet. In Zeiten des Klimawandels müssen die Bedürfnisse von Umwelt und Menschen anstatt die Kapitalkraft von Megakonzernen tonangebend werden. Für Österreich fordern die Grünen Bauern und Bäuerinnen: „Die österreichische Landwirtschaft ist gentechnikfrei und muss gentechnikfrei bleiben. Weder die bereits zugelassenen gentechnisch veränderten Maissorten noch die Gentechnik-Kartoffel dürfen auf Österreichs Äcker kommen!“

Fotos: Katharina Fatzi, Landwirtschaftsexpertin im Grünen Parlamentsklub

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