Die Sorgen der Bevölkerung interessieren Planungs- und Verkehrsstadtrat Schicker nicht

Meine kritische Frage zum Autobahnprojekt am Landstraßer Gürtel (siehe vorige Eintragungen hier) in der heutigen Gemeinderatssitzung nahm Planungs- und Verkehrsstadtrat Schicker (SPÖ) zum Anlass, um die zukünftige Verkehrslawine und Staus im dichtbebauten Wohngebiet um den Landstraßer Gürtel als Wohltat, ja geradezu Segen für die AnrainerInnen zu verkaufen. Doch konnte er nicht ganz abstreiten, dass die Verbreiterung des Landstraßer Gürtels und der Landstraßer Hauptstraße sowie die neue Auffahrtmöglichkeit auf die Südosttangente direkt von der Landstraßer Hauptstraße mehr Autoverkehr anziehen wird. Er meinte jedoch, dass der Verkehr nur wenig zunehmen wird. ExpertInnen sind da anderer Meinung. Da wurde schon von einer 50%igen Steiegerung gesprochen.

Schicker behauptete sogar, dass es weniger Lärm geben wird, weil es eine Einhausung und eine Lärmschutzmauer geben wird. Dieser Lärmschutz  wird aber nur den Peter-Strasser-Hof etwas abschirmen. Dessen BewohnerInnen dürfen in Zukunft auf eine Lärmschutzwand blicken statt auf eine nette relativ große Grünfläche. Für alle anderen betroffenen AnrainerInnen etwa in der Schlachthausgasse im Fasanviertel oder im Arsenalbereich wird es das nicht geben. Laut ASFINAG soll dieses Projekt dazu dienen, die Staus vor der Gürtelabfahrt der Südosttangente zu verhindern. Stadtrat Schicker wollte uns jedoch glauben machen, dass es um bessere Mobilität der AnrainerInnen, der autofahrenden natürlich (!), und um Zufahrt für die neue Wohnsiedlung auf den Aspanggründen – von der Autobahn? – ginge. Wir haben es nicht geglaubt. Vielmehr wird der überregionale Schwerverkehr sowie der AutopendlerInnenverkehr aus der Umgebung von Wien zu Lasten der Wohnbevölkerung profitieren. Auf meine Frage, wie Staus in Wohngebieten des dritten Bezirks am Ende der Verbreiterungen vermieden werden können, gab Stadtrat Schicker allerdings keine Antwort.

Es ist zwar richtig, dass das Projekt Verbesserungen für die Straßenbahnlinie 18 und einen Radweg miteinschließt. Beides wäre aber auch ohne Maßnahmen zur Attraktivierung des Autoverkehrs möglich gewesen. Jedoch die SPÖ rennt dem explodierenden, klimaschädigenden Autoverkehr hinterher anstatt gegenzusteuern. Sie plant hauptsächlich für den autofahrenden, weißen, erwerbstätigen, gesunden Mann. Vorschläge zur Senkung des CO2-Ausstoßes durch die Reduktion des Autoverkehrs und die Sorgen der AnrainerInnen wischt sie reflexartig vom Tisch.

CO2-Quellen: Anteile in %
Sektor
1971
2007
Elektrizitäts-, Heizkraftwerke
27
41
Verkehr
20
23
Industrie
27
20
Handel, öffentl. Einrichtungen u.a.
16
10
Haushalte
10
6

Quelle: International Energy Agency













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