Auf Grüne Initiative gibt es nun in der Landstraßer Bezirksvertretung eine neue Kommission, deren Aufgabe die Förderung von Integration – von allen Seite auf einander zugehen – ist.

Der hetzerische Wahlkampf der FPÖ hat Rassismus und Xenophopie in Wien wieder Auftrieb gegeben. Die Zunahme an Fremdenfeindlichkeit war im Vorfeld der Wienwahl deutlich spürbar. Es ist hoch an der Zeit, dem etwas entgegenzusetzen, Strache und Co. den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das ist nur möglich, wenn die „Fremden“ einander nicht mehr fremd sind.

Daher war es uns ganz wichtig, im Bezirk eine Integrationskommission ins Leben zu rufen. In den Gesprächen mit der SPÖ fand unsere Idee Zustimmung. In der Bezirksvertretung wurde diese Kommission einstimmig beschlossen. Sogar mit den Stimmen der FPÖ, auch wenn sie andere Vorstellungen davon hat als wir. Als erste nicht-rote Vorsitzende einer Kommission der Landstraßer Bezirksvertretung werde ich diese Kommission jedenfalls im Sinne des Grünen Integrationsverständnisses steuern.

Der Begriff Integration wird wohl sehr verschieden interpretiert – von Assimilation und Gleichmacherei bis zu Multikulti-Romantik. Oft wird den Zugewanderten ausgerichtet, sie mögen sich doch integrieren. Aber wie sollen sie das, wenn sie doch ständig als Fremde, als AußenseiterInnen behandelt werden. Integration ist eine Herausforderung für alle.

Ich halte mich an die ursprüngliche Bedeutung der lateinischen Wurzeln: zusammenfügen, aus Teilen wieder etwas Ganzes machen. Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die einander mit Vorbehalten oder gar Misstrauen begegnen, sollen also zu einer Gesamtgesellschaft mit Zusammengehörigkeitsgefühl vereint werden. Keine leichte Aufgabe. Da muss eine Menge an Vorurteilen, Animositäten, Klischeevorstellungen und Ängsten abgebaut werden. Zunächst aber müssen alle Ängste, Irritationen, Bedürfnisse ernst genommen werden.

Die neue Integrationskommission wird erst einmal zuhören. Im Bezirk verankerte Vereine, Initiativen wie etwa „Weltenreisen“ der Lokalen Agenda 21 und ähnliche, Gewerbetreibende jeweils mit und ohne migrantischem Hintergrund werden zu Wort kommen. Die Kommission wird ihre Vernetzung untereinander fördern. Sie wird öffentliche Integrationseinrichtungen der Stadt Wien, Jugend- und Sozialeinrichtungen ebenso wie Expertinnen und Experten zu Rate ziehen und auf deren Erfahrungen bei der Ausarbeitung eigener Projekte aufbauen.

Diese Projekte sollen niederschwellige Möglichkeiten der Begegnung, der Kommunikation, des Austauschs für die Menschen im Bezirk bieten. Es wird darum gehen, einander besser kennen und verstehen zu lernen, einander nicht mehr fremd zu sein. Best Practice-Beispiele dazu aus anderen Städten werden als Vorlagen verwendet werden, die natürlich den spezifischen Rahmenbedingungen der vielfältigen Landstraßer Vierteln angepasst werden müssen.

Menschen, die festgestellt haben, dass die jeweils „anderen“ gar nicht so anders sind, können unbeschwerter auf einander zugehen, auch wenn es Nachbarschaftskonflikte gibt. Und rassistische Hetze wird bei ihnen auf keinen fruchtbaren Boden fallen.

P.S.: Die konstituierende Sitzung der Integrationskommission fand am 2.12.2010, die erste Arbeitssitzung am 10.1.2011 statt. Und schon versucht die FPÖ querzutreiben. Aber ich lasse mich nicht beirren und werde die Kommission in Richtung miteinander statt gegeneinander lenken.

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