Tempo 30 kommt vermehrt. Auch in Wien wie in Köln, Berlin oder Zürich. Viele AutofahrerInnen beunruhigt das. Doch die Erfahrung zeigt: Mit Tempo 30 ist der Verkehr für alle Beteiligten sicherer und angenehmer.

Um mindestens 20% weniger Unfälle. In Münster etwa ging die Zahl der Schwerverletzten in Tempo 30-Zonen um 72% zurück. Denn je langsamer ein Auto fährt, desto kürzer der Anhalteweg – fast 28m bei 50 km/h, nur 13m bei 30 km/h. Die Wucht des Aufpralls ist weit geringer. Daher steigt die Überlebenschance von etwa 20% auf bis zu 90%, wenn das Auto um 20km/h langsamer fährt. Tempo 30 rettet Leben.

Wer langsamer fährt, kann das Umfeld besser beobachten und schneller reagieren. Der Reaktionsweg ist kurz. Wo ein Auto mit Tempo 30 schon steht, fährt eines mit Tempo 50 noch immer mit 50 km/h. Die Kommunikation zwischen den VerkehrsteilnehmerInnen funktioniert viel besser, so manch unnötiger Ärger wird vermieden. Insgesamt also mehr Sicherheit auf der Straße.

Mehr Lebens- und Wohnqualität in Tempo 30-Zonen durch weniger Lärm, weniger Staub, weniger Abgase. Die Straße lässt sich sicherer und ohne stressiges Warten, bis der Strom vorbeisausender Autos kurz nachlässt, überqueren – ein Segen vor allem für Kinder, alte Leute und Menschen mit Behinderungen. Radfahrende können problemlos abbiegen. Der Platz für Radwege kann zugunsten von öffentlichem Raum für alle eingespart werden. Die Aufenthaltsqualität in der Straße steigt. Geschäfte und Gewerbe profitieren davon.

Entgegen der Meinung so Mancher führen Tempo 30-Zonen keineswegs zu längeren Autofahrtzeiten. Im Gegenteil. Der Verkehr fließt zwar langsamer aber dafür stetig. Es muss viel weniger abgebremst oder angehalten werden. Weniger Staus sorgen für entspanntes und damit sicheres Autofahren und weniger Behinderungen für den öffentlichen Verkehr.

In Graz gilt seit 1.9.92 Tempo 30 auf allen Straßen außer den Hauptverkehrsadern. Wien wird nun nachziehen mit einem Konzept, das allen VerkehrsteilnehmerInnen und den BewohnerInnen der Stadt nur Vorteile bringt. Auf der Landstraße wird endlich auf Initiative der Landstraßer Grünen Tempo 30 in der Kundmanngasse, wo gehäuft Unfälle auftreten, kommen. Die Wiener Linien müssen noch überzeugt werden. Auch um das Amtshaus in Rochus-, Sechskrügel- und Pfarrhofgasse wird Tempo 30 kommen, da dort zum Teil trotz Enge viel schneller gefahren wird. Für weitere Vorschläge von Tempo 30-Zonen im Bezirk sind wir jeder Zeit offen.

Fotos: Michael Schmid

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