Lärm macht krank. Lärm kann nicht nur das Gehör schädigen, er kann auch Stress, Schlafstörungen, eine Schwächung des Immunsystems und eine drastische Erhöhung des Herzinfarktrisikos verursachen.

Lärmbelästigungen, hauptsächlich durch Straßenverkehr hervorgerufen, sind ein Dauerthema im Bezirk und in meinen Sprechstunden. Daher habe ich mir die Lärmkarten des Lebensministeriums für die Landstraße genau angeschaut. Etliche schwer belastete Straßen sind dort ausgewiesen. Auf der Erdberger Lände und am Landstraßer Gürtel werden die Schwellenwerte des Wiener Lärmschutzgesetzes drastisch und gesundheitsschädlich überschritten – sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Aber selbst die Schwellenwerte von 60 db bei Tag und 50 db bei Nacht gefährden die Gesundheit, wenn man ihnen längere Zeit ausgesetzt ist.

Logo des Tages gegen Lärm vom 27. April 2011 des Österreichischen Arbeitsringes für Lärmbekämpfung

Auf der Erdberger Lände beginnt die Autobahn unmittelbar vor dem wunderschön renovierte Gemeindebau Hanuschhof. Aber der Autobahnlärm macht das Wohnen im Hanuschhof zum Gesundheitsrisiko. Er erreicht bis zu 90 db, eine Lärmintensität, die zu Hörschäden und Schlimmerem führt. Bei Errichtung dieser Autobahn gab es die EU-Lärmschutz Richtlinie und die entsprechenden Lärmschutzgesetze von Bund und Wien noch nicht, daher auch keine Lärmschutzwand. Aber seither gibt es neben den Lärmschutzgesetzen sogar eine Dienstanweisung der Verkehrsministerin, die die ASFINAG zu Lärmschutz auf bestehenden Bundesstraßen verpflichtet. Aber offenbar folgt die ASFINAG der Dienstanweisung ohne Druck nicht. Das muss sich schleunigst ändern.

Die AnrainerInnen der derzeitigen Baustelle an der Anschlussstelle der A23 an den Landstraßer Gürtel müssen während der Bauzeit doppelten Lärm ertragen – den ungebremsten Autobahnlärm, da die Lärmschutzwand entfernt wurde, und den Baulärm. Da müssen schleunigst Sofortmaßnahmen getroffen werden.

Auch Landstraßer Hauptstraße, Rennweg, Heumarkt, Schlachthaus-, Fasan- und Ungargasse, Arsenal-, Erdberg-, Invaliden- und vordere Zollamtsstraße sind so genannte Konfliktzonen mit Schwellenwertüberschreitungen von 4 db bis 15 db.

Das ist möglich, da es in Österreich keinen rechtlich einklagbaren Lärmschutz gibt. Laut Wiener Lärmschutzgesetz muss bei Überschreitung der Schwellenwerte von 60db bei Tag und 50db bei Nacht ein Aktionsplan zur Lärmreduktion erstellt werden. Ich werde diese Belastung der Landstraßer Bevölkerung nicht mehr länger hinnehmen und vehement Sofortmaßnahmen und die Erstellung eines lang überfälligen Aktionsplan zur Lärmreduktion für den gesamten Bezirk einfordern. Und die ASFINAG muss der Dienstanweisung zum Lärmschutz an bestehenden Bundesstraßen auf den beiden Autobahnstücken im Bezirk Folge leisten. Darauf werde ich ebenfalls drängen.

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